Ausflüge

Auf Schienen radeln

Fahrraddraisine im Extertal: Ein besonderes Ausflugsziel zwischen Rinteln und Alverdissen

Nicht Kohle, nicht Strom – nein: Knochengas ist gefragt, wenn man sich auf die Tour der früheren Extertalbahn begibt.

Zwischen Rinteln Süd und Alverdissen ist die historische Bahnstrecke heute einem ganz besonderen Fortbewegungsmittel vorbehalten: der Fahrraddraisine. Das außergewöhnliche Freizeiterlebnis im Extertal verbindet Natur, Bewegung und Spaß für die ganze Familie.

Radfahren auf Schienen: Draisinentour von April bis Oktober

Radfahren auf Schienen ist hier von April bis Oktober möglich – ein Highlight für Ausflügler in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Eine Fahrraddraisine bietet Platz für bis zu vier Personen: Zwei treten rechts und links in die Pedale, während auf einer mittig montierten Sitzbank zwei weitere Mitfahrer bequem Platz nehmen.

Der doppelte Antrieb und eine 7-Gangschaltung sind besonders hilfreich, denn die Strecke von Rinteln nach Alverdissen führt auf rund 18 Kilometern sanft, aber stetig bergauf. Insgesamt sind etwa 200 Höhenmeter zu bewältigen – eine sportliche, aber gut machbare Herausforderung.

Naturerlebnis im Extertal: Unterwegs zwischen Wiesen, Tieren und kleinen Ortschaften

Direkt nach dem Start am Bahnhof Rinteln wird schnell klar: Die Strecke ist alles andere als langweilig. Sie schlängelt sich durch das idyllische Tal der Exter, vorbei an Wiesen, Feldern sowie grasenden Schafen und Kühen. Natur pur – authentisch statt kitschig.

Mit gemütlichen etwa 6 km/h geht es auf den Schienen von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen und wieder zurück. Immer wieder führt die Strecke nah an Gärten und Grundstücken vorbei. Selbst der Straßenverkehr auf der Extertaler Straße muss kurz pausieren, wenn eine Draisine die Fahrbahn kreuzt. „Das ist wirklich lustig, und es wird überall freundlich gewunken“, berichtet Thomas Plöger, der die Tour mit seiner Familie unternommen hat.

Pausen, Picknick und Zwischenstopps jederzeit möglich

Wer unterwegs eine Pause braucht, kann die Fahrt jederzeit unterbrechen. Die Draisine lässt sich einfach von den Schienen nehmen und am Streckenrand parken – ideal für ein Picknick oder eine kurze Verschnaufpause. Nach etwa drei Stunden ist der Zielort Alverdissen erreicht.

Alverdissen entdecken: Schloss, Freibad und Erholung

In Alverdissen lohnt es sich, etwas Zeit einzuplanen. Neben einem sehenswerten Schloss bietet der Ort auch ein Freibad – perfekt für eine erfrischende Abkühlung an warmen Tagen. Für Draisinenfahrer ist der Eintritt sogar kostenlos, entsprechende Gutscheine gibt es am Startpunkt in Rinteln.

Wichtig: Die Rückfahrt sollte gut geplant werden. Spätestens um 17 Uhr müssen die Draisinen wieder im Depot in Rinteln abgegeben werden. Der Rückweg ist dabei deutlich entspannter, da es überwiegend bergab geht.

Gut zu wissen: Tipps für die Draisinentour im Extertal

Auch Familien mit kleinen Kindern können die Tour genießen: Babys und Kleinkinder dürfen in mitgebrachten, gesicherten Kindersitzen mitfahren. Hunde sind ebenfalls erlaubt, müssen während der Fahrt jedoch angeleint sein.

Für Rollstuhlfahrer steht eine speziell entwickelte Fahrraddraisine zur Verfügung, die im Rahmen eines Projekts der Fachhochschule Bielefeld entstanden ist. Ganz neu im Angebot ist zudem eine Elektrodraisine, die bis zu 300 Prozent Trittkraftverstärkung bietet – ideal für alle, die es etwas entspannter angehen möchten.

Die Strecke ist als Einbahnstrecke organisiert: Start ist zwischen 9:00 und 11:30 Uhr in Rinteln, die Rückfahrt beginnt ab 14:00 Uhr. Die späteste Rückkehr ist um 17:00 Uhr vorgesehen.

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