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Familie

Das große Kribbeln

Erst juckt und kribbelt es und plötzlich sind sie da: kleine, ziemlich ungebetene Gäste. Würmer und Läuse können Kinder wie Erwachsene jederzeit erwischen.

Besonders in Kita und Schule machen die kleinen Plagegeister gern die Runde. Unangenehm? Klar. Ein Grund für Scham? Überhaupt nicht, denn ein Befall hat gar nichts mit Hygiene zu tun. Beide sind zwar lästig, aber auch gut behandelbar.

Würmer: Wenn es nachts am Po juckt

Es gibt Erkrankungen, über die spricht man nicht besonders gern. Würmer im Po zum Beispiel. So ekelig, das auch klingen mag – ein Grund zum Schämen sind sie nicht und bei Kindern vor allem im Kindergarten- und Grundschulalter gar nicht so selten. Schätzungsweise ist etwa jedes fünfte Kind in diesem Alter irgendwann betroffen.

Die kleinen Plagegeister sind Madenwürmer. Sie sind weißlich, dünn und können etwa einen Zentimeter lang werden. Ihre Eier sind winzig und können zum Beispiel an Händen, Spielzeug oder Lebensmitteln oder im Sand sitzen. Gerade Kinder erwischen die kleinen Eier schnell: Sandkastenförmchen in der Hand, Finger in den Mund und schwupps wandern die Eier in den Magen-Darm-Trakt.

Dort entwickeln sich die Würmer. Nachts wird es besonders wuselig: Die Weibchen kriechen zum After und legen dort ihre Eier ab. Das kann dann ordentlich jucken. Wer sich dann kratzt, hat die Eier schnell an den Fingern und unter den Nägeln. Von dort können sie weiter übertragen werden und der Kreislauf beginnt von vorn.

Typische Anzeichen für Würmer? Juckreiz am Po oder häufiges Kratzen, vor allem nachts. Manche Kinder schlafen deshalb schlechter oder sind unruhig. Manchmal sind die kleinen Würmer auch am After, in der Unterwäsche oder im Bett zu entdecken. Bauchschmerzen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit können ebenfalls vorkommen. Manche Kinder zeigen allerdings überhaupt keine Beschwerden.

Was also tun, wenn es verdächtig kribbelt? Ab zur Kinderarztpraxis. Mit dem sogenannten Klebestreifen-Test lässt sich prüfen, ob Wurmeier vorhanden sind. Dafür wird morgens, noch vor dem Toilettengang, ein transparenter Klebestreifen auf die Haut rund um den After gedrückt und anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Die gute Nachricht: Madenwürmer lassen sich in der Regel gut medikamentös behandeln. Unter Umständen werden auch Familienmitglieder mitbehandelt, denn enge Kontaktpersonen haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Wichtig ist außerdem: Die Behandlung wird nach zwei und gegebenenfalls noch einmal nach vier Wochen wiederholt, damit auch neu aufgenommene Würmer erwischt werden. Oberstes Gebot ist Hygiene: Hände gründlich mit Seife waschen, Fingernägel kurz halten, Unterwäsche täglich wechseln und Bettwäsche sowie Handtücher regelmäßig und möglichst heiß waschen.

Und noch etwas: Ein Kind mit Madenwürmern muss sich nicht verstecken. Weil es aber andere Kinder anstecken kann, muss auf Hygiene geachtet werden und Personen aus dem Umfeld informiert werden. Transparenz sorgt dafür, dass das Übel so schnell wie möglich beseitigt wird. Das gilt auch für Läuse.

Läuse: Kleine Krabbler auf dem Kopf

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Sie tauchen besonders gern dort auf, wo Kinder dicht zusammen spielen, kuscheln und ihre Köpfe zusammenstecken wie Kita oder Schule. Und um gleich einen Irrglauben zu beseitigen: Läuse springen oder fliegen nicht. Sie krabbeln und werden vor allem durch direkten Kopf-an-Kopf-Kontakt übertragen, wenn sich die Haare berühren. Kopfläuse können jeden treffen.

Die kleinen Parasiten leben auf der Kopfhaut und ernähren sich von Blut. Gefährlich sind sie nicht, allerdings sehr lästig: Typisch ist Juckreiz auf der Kopfhaut, manchmal fühlt es sich auch wie Kitzeln an. Wer Läuse vermutet, sollte den Kopf gründlich kontrollieren. Besonders am Haaransatz, im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren lohnt sich ein genauer Blick. Läuse sind mit etwas Glück zu entdecken. Auch die Eier, die sogenannten Nissen, können auffallen: Sie kleben fest an den Haaren und lassen sich nicht einfach abschütteln oder wegwaschen.

Kopfläuse wird man am zuverlässigsten mit einer Kombination aus einem geeigneten Läusemittel und gründlichem Auskämmen los. Das Mittel sollte genau nach Gebrauchsanweisung angewendet werden. Wichtig: Eine Behandlung reicht nicht. Eine zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen ist nötig, damit auch später geschlüpfte Läuse noch erwischt werden.

Anschließend auf die nassen Haare eine Pflegespülung auftragen. Diese macht das Haar gut kämmbar und schmeckt den Läusen so gar nicht. Strähne für Strähne mit einem engzinkigen Läusekamm durchkämmen und diesen nach jedem Zug auf einem Küchentuch abstreifen. Nach dem Auskämmen die Spülung auswaschen. Klingt nach einer ziemlich langen Sitzung? Ist es auch. Eine Geschichte zum Vorlesen oder zum Hören kann die Prozedur deutlich angenehmer machen. Das sollte über zwei Wochen regelmäßig, etwa alle drei bis vier Tage, wiederholt werden

Und was ist mit den Kuscheltieren, Bettwäsche und Co? Keine Panik Läuse überleben ohne Blut als Nahrung nur ca. 2-3 Tage. Kämme und Bürsten sollten gründlich gereinigt, waschbare Textilien entsprechend den Empfehlungen behandelt werden.  

Ganz wichtig: Läusefund nicht verschweigen! Kita oder Schule informieren, damit auch andere Familien Bescheid wissen, um das Problem schnell in den Griff zu bekommen.

Egal, ob es am Kopf oder Po kribbelt, genau hinschauen und konsequent handeln. Die kleinen Plagegeister sind zwar nervig – aber zum Glück wird man sie auch wieder los.

Quellen:
Gesundheitsinformation.de – Würmer bei Kindern (Madenwürmer)
https://www.gesundheitsinformation.de/wuermer-bei-kindern-madenwuermer.html
gesund.bund.de – Madenwürmer (Enterobiasis)
https://gesund.bund.de/madenwuermer-enterobiasis
Robert Koch-Institut – RKI-Ratgeber Kopflausbefall
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Kopflausbefall.html
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) – Kopfläuse behandeln
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/kopflaeuse/behandlung/

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