Füreinander da sein

Ann-Christin Pape über Freundschaft, Familie und ihre Musicalrollen

Gemeinsam sind wir stark – diese Botschaft gefällt Ann-Christin Pape an den Yakari-Geschichten besonders gut. Ab Mitte Dezember tourt die Schauspielerin aus Ostwestfalen wieder durch Deutschland und steht in dem Musical rund um den kleinen Indianerjungen auf der Bühne. In dem Stück geht es um Freundschaft und Zusammenhalt – Themen, die der 25-Jährigen auch privat wichtig sind.  „Ohne meine Freunde wäre ich gar nicht durch die Schauspielausbildung gekommen und hätte vieles nicht geschafft“, sagt die junge Musicaldarstellerin, die seit knapp zwei Jahren in Berlin wohnt - in einer WG zusammen mit ihrer besten Freundin Yannah, einem Mitbewohner und zwei Katzen. „Wir sind wie eine kleine Familie, kochen zusammen, das erdet mich schon sehr.“ Und wenn ihr die Großstadt doch einmal zu viel wird, hilft ein Besuch bei ihrer Familie in Schloß Holte-Stukenbrock, um Kraft zu tanken und durchzuatmen.

An Heimaturlaub ist momentan allerdings nicht zu denken. Ann-Christin Pape steckt mitten in den Proben für das neue Yakari-Musical, Mitte Dezember startet die Tournee, bis April stehen fast 40 Auftritte auf dem Programm. „Das ist spannend, eine Riesenchance, heißt aber auch, immer wieder in einer anderen Stadt zu sein, in einem neuen Hotel aufzuwachen.“ Die Schauspielerin, die sich selbst als „Energiebündel“ bezeichnet, freut sich auf die turbulenten Monate, weiß aber auch den privaten Rückhalt durch Freunde und Familie zu schätzen.      

Ein besonders starkes Band verbindet sie mit Freundin Yannah. Beide gingen in Schloß Holte aufs Gymnasium, teilten die Leidenschaft für Musik und Schauspiel und standen bei Schulaufführungen und Benefizveranstaltungen oft zusammen auf der Bühne. Ann-Christins Talent fiel dabei früh auf, schon in der fünften Klasse hatte sie ihren ersten Soloauftritt im Schulchor. „Mein Gorilla hat 'ne Villa im Zoo“ – an den Titel des Liedes erinnert sie sich noch genauso wie an das kribbelig-schöne Gefühl, vor Publikum zu singen und zu merken: Es gefällt den Leuten! „Den Menschen Freude zu bereiten, das wiederum gefällt mir.“ Und so wurde ihr ziemlich schnell klar: Auf der Bühne stehen ist genau das, was ich in meinem Leben machen möchte.

Berufswunsch Schauspielerin – und wie fanden das die Eltern? „Lern' erst mal was Vernünftiges - dieser Spruch kam jedenfalls nicht“, erzählt die 25-Jährige. Im Gegenteil: Eltern und Großeltern unterstützten sie und fuhren nach dem Abitur mit ihr nach Hamburg, wo sie als älteste der drei Pape-Töchter eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin startete. „Es war schon eine harte Zeit“, sagt sie rückblickend. Die Konkurrenz unter den Schülern sei groß gewesen, Neid und Missgunst blieben nicht aus. Und auch psychisch ging es oft ans Eingemachte. „Man muss sich mit vielen persönlichen Dingen auseinandersetzen, das ist fast schon wie eine Therapie.“

Ann-Christin Pape hielt durch, auch dank vieler Telefonate mit Freundin Yannah. Direkt nach der Ausbildung bekam sie das erste Engagement und spielte 2016 im Musical „Wickie“ die Ylvie, es folgten weitere Rollen in Peter Pan und Pinocchio. Das passt, mag man denken. Mit einer Größe von 1,55 Meter ist die zierliche Frau dafür prädestiniert, Kinder darzustellen. „Aber ich habe in diesen Familienstücken auch einen Platz gefunden, an dem ich mich wohl fühle“, betont sie. „Die Kinder sind ein großartiges Publikum, ehrlich und spontan. Die können sich wunderbar freuen und zeigen es auch. Außerdem bringen wir in den Stücken ganz viel rüber.“ Zusammenhalten und füreinander da sein zum Beispiel, wie in den Yakari-Musicals. 

In „Yakari - Freunde fürs Leben“ spielte Ann-Christin Pape 2017 das Mädchen Regenbogen. Im aktuellen Musical „Geheimnis des Lebens“, das am 22. Dezember nach Bielefeld kommt, ist sie die zweite Besetzung für Regenbogen und Tollpatsch und hat im Ensemble mehrere Rollen. „Diesmal trete ich einen Schritt zurück, habe aber mehr zu tun.“ Schließlich muss sie ihre eigenen Rollen genauso drauf haben wie die Cover-Rollen, um im Notfall einspringen zu können. „Aber es ist ein schönes Gefühl, die Hauptrollen zu unterstützen, gut durch die Show zu kommen.“ Nur im Team geht es, gemeinsam sind wir stark – im Leben und auf der Bühne.

                                                                                                                Silke Tornede