Lippisches Landesmuseum

Aus aller Herren Länder 

Es heißt Lippisches Landesmuseum. Doch eigentlich muss man von einer Museumsmeile sprechen. Denn das Ensemble aus verschiedensten Gebäuden und Stilen spiegelt im Innern wie von außen eine große Vielfalt wider. Zwischen Theater und dem Residenzschloss Detmold ist an der Ameideauf 5500 Quadratmetern ein Mehrspartenmuseum mit bedeutenden Sammlungen entstanden. Heute umfasst das Museum sieben Gebäude mit den Abteilungen Kunst, Landesgeschichte, Möbel und Innenarchitektur, Mythos, Naturkunde, Ur- und Frühgeschichte sowie Völkerkunde.

Es ist das größte und älteste Museum in Ostwestfalen-Lippe.  Gegründet 1835. Dabei fing es ganz klein an: „Es gab zuerst   nur das Naturkundemuseum, das älteste übrigens  in Nordrhein-Westfalen“, erklärt Pressesprecher Mario Rakusa: „Das war zunächst ein Naturalienkabinett.“ Handelsreisende und Bürger mit Wurzeln in Lippe hatten aus aller Herren Länder die Sammlung zusammengetragen. Viele folgten auch der Bitte des damaligen Museumsleiters, ihre in der Fremde angelegten Sammlungen und interessanten Einzelstücke dem Museum ihrer Heimatstadt zu stiften. So wuchs das Inventar und auf die Natur folgten nach und nach Exponate aus Kultur und Kunst.

Für den Besuch sollte man schon Zeit mitbringen, so viel gibt es zu entdecken. Spannendes und Kurioses, Schönes und Abenteuerliches. Die naturgeschichtliche Sammlungist in der Fürstlichen Mittelmühle angesiedelt. Gleich links neben dem Eingang tritt der Besucher in die Welt. Im Halbrund des Raumes werden nichtheimische Tiere unter dem Motto „Exotik und Dramatik“ gezeigt. Die Ausstellung präsentiert sich so lebhaft, weil die Macher bereits damals die Weitsicht besaßen, die Tiere möglichst in lebensnahen Aktionen zu zeigen – mit gespreizten Flügeln oder geöffnetem Maul. Wird der Touch Screen der Infostation bedient, werden Eisbär, Gürteltier oder Affezusätzlich ausgeleuchtet und es ertönen die Tierstimmen. Auf die Exoten folgt eine Etage höher die heimische Tierwelt „Wild und Vertraut“.  Prächtig auch die Sammlung an Mineralien, Gesteinen und Fossilien.

Die anderen Abteilungen zeugen ebenso von der regen Sammeltätigkeit.Ein ganz besonderes, ja herausragendes Exponat ist die Mumie eines Babys aus den Anden- 6400 Jahre alt und damit eine der ältesten Mumien der Welt überhaupt.  „Sie ist älter als Ötzi und fast doppelt so alt wie die Mumie des Pharaos Tuanchamun“, so Rakusa. Das Museum richtet nicht nur den Blick in die Ferne, sondern dokumentiertauch Geschichte vor Ort. Das pädagogische Programm ebenso wie das der Kindergeburtstage profitiert von der großen Themenvielfalt des Museums.Diese enorme Bandbreite macht das Museum auch gerade für Familien interessant.                                    

Info: Geöffnet ist das Museum in der Regel dienstags bis freitags von 10 – 18 Uhr und samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

www.lippisches-landesmuseum.de