Kürbis macht die Küche bunt

Simone und Detlef Krüger schätzen Butternut, Muskat, Hokkaido und Co.

Familie Krüger sieht im Moment nicht rot, sondern orange. Und ihre Kunden ebenso, wenn sie auf den Hof in Brackwede einbiegen. Bereits die Einfahrt entlang säumen rechts und links des Weges orangene Kürbisse. Auf dem Hof dann eine Pyramide, auf der die Schnitzkürbisse - manche groß wie Medizinbälle- gestapelt sind. Und vor der Deele und den anderen Gebäuden liegen in Körben und auf Tischen dekorativ die unterschiedlichsten Sorten.

Der Hof Krüger ist spezialisiert auf Spargel und Erdbeeren. Aus Leidenschaft und Hobby haben Simone und Detlef Krüger vor 10 Jahren mit dem Kürbisanbau  begonnen. Die Menge war zunächst übersichtlich und sie wurde mit den Erfahrungen und der Nachfrage immer mehr gesteigert: „Wir haben jetzt etwa 200 Sorten, die Untersorten mit berücksichtigt.“  Die 45-Jährige mochte Kürbis schon immer – sowohl zur Dekoration als auch zum Essen. 

„Bei meinem Mann musste ich etwas Überzeugungsarbeit leisten, denn der war durch Kürbis süß-sauer geprägt. Und den mochte er gar nicht.“ So wie es nicht nur diese eine Zubereitungsart gibt, so sind Kürbisse auch nicht nur orange.  Gelb, orange, grün, weiß – gesprenkelt, uni, rund, oval, flaschenförmig- so vielfältig wie das Aussehen, so vielfältig sind auch die Geschmacksnuancen und Vorzüge der einzelnen Sorten in der Küche - ganz gleich ob roh oder gegart, als Suppe oder im Ofen zubereitet. Je nach Rezept empfiehlt Simone Krüger, deren Favorit der Muscat ist, den Kürbis vor der weiteren Verarbeitung im Backofen zu garen. „Ich halbiere den Kürbis und lasse ihn im Backofen garen. Dadurch entwickeln sich Röstaromen, der Kürbis bekommt eine süßliche Note und lässt sich danach auch gut weiter verarbeiten.“

Früher galten Kürbisse als Arme-Leute-Essen. „Das hat sich geändert. Dank des Hokkaidos, eine richtige Allzweckwaffe, wird Kürbis immer populärer.“ Das Kürbisfleisch schmeckt nicht nur sehr gut, es enthält auch viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Kalzium, Zink und Vitamine.

Simone Krüger findet Kürbis nicht nur lecker, sondern auch  sehr dekorativ. Kleine Sorten ausgehöhlt und ein Teelicht hinein – fertig ist eine herbstliche Tischdeko. Oder die  Suppe wird in einem ausgehöhlten Kürbis serviertstatt in einer Porzellanschüssel. Auch eine Idee.

A propos Schnitzkürbis. Auch hier hat die Fachfrau einen Tipp parat. Die Schnittstellen mit Vaseline einreiben und die Kerze im Fratzenkürbis stets in ein Einmachglas stellen. „Die Flamme erwärmt das Glas und das gibt gleichmäßig Wärme ab. Der Kürbis trocknet und fault so nicht so schnell weg.“  
    

Kürbis-Kunde

Sie tragen so klangvolle Namen wie Longue de Nice, HarvestPrincess oder Orangetti.  Kürbis ist kein Gemüse, sondern zählt zu den Beerenfrüchten und eignet sich für Suppen, Salat, Chutneys, Kuchen und auch Marmelade. Die Zucchini gehört auch zur Kürbisfamilie.

Hokkaidokürbis: einer der beliebtesten und wohl bekanntesten Speisekürbisse, der Japaner hat einen nussigen Geschmack , festes Fruchtfleisch, seine dünne Schale ist essbar

Halloweenkürbis: idealer Schnitzkürbis, ist auch ein Speisekürbis, mäßiger Geschmack

Butternutkürbis: der birnenförmige Kürbis wird wegen seines orangefarbenen, cremig buttrigen Fruchtfleischs geschätzt, süßlich-nussiges Aroma, wenig Kerne

Muskatkürbis: erkennbar an seiner gerippten Form, sein orangenes Fruchtfleisch ist saftig und aromatisch

Spaghettikürbis: das leicht nussige Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen in Fasern, die wie Spaghettis aussehen